Meldung vom 16.01.2026

Zuchtverwendung weiße Boxer

Der Zuchtleiter informiert...

Die Hauptversammlung im März 2025 beauftragte den AZKW unter anderem auch mit dem Antrag zur Standardänderung bezüglich der Anerkennung von „weißen Boxern und Schecken“.

Daraufhin wurde beim VDH eine Genehmigung zur Belegung von weißen Boxern mit nicht weißerbigen Zuchtpartnern beantragt. Bei unserem Anliegen wurden wir von Seiten des VDH durch Dr. Jan Bach unterstützt. An dieser Stelle herzlichen Dank dafür.

Nach Beratung in den Gremien des VDH wird der Zuchteinsatz weißer Boxer unter festgelegten Voraussetzungen genehmigt:
Derzeit noch limitierte Sondergenehmigung im Einzelfall über den Zuchtleiter, unter Vorlage aller erforderlichen Gesundheitswerte, einer bestandenen Ausdauerprüfung und einer Audiometrieuntersuchung. Daraufhin erhält der weiße Zuchtpartner eine Genehmigung zur Teilnahme an einer ZTP. Nach erfolgreich bestandener ZTP darf der weiße Zuchtpartner nur mit einem nicht weißerbigen Zuchtpartner zur Zucht verwendet werden. Natürlich nur, wenn einer der Zuchtpartner auch eine Arbeitsprüfung hat. Sollte es bei dem gewünschten Zuchtpartner nicht offensichtlich sein, ob er weißerbig ist oder nicht, muss ein Gentest vorliegen, der die Weißerbigkeit genetisch ausschließt. Dieses ist über Certagen auch als Einzeltest möglich, wenn man nicht die gesamte Palette der angebotenen Untersuchungen durchführen möchte.
Insgesamt können maximal 20 Verpaarungen, bei 5 Paarungen / Jahr durchgeführt werden. Der BK unterliegt einhergehend einer Berichtspflicht an den VDH Zuchtausschuss.

Was können wir dadurch erreichen:
• Die zuchtrelevanten Gesundheitsuntersuchungen werden somit auch auf weiße Boxer ausgeweitet, damit wir dadurch auch deren Gesundheitswerte erhalten.
• Durch den geforderten Audiometrietest schließen wir aus, dass Boxer mit einseitiger Taubheit unerkannt zum Zuchteinsatz kommen.
• ZTP auch für weiße Boxer nach Genehmigung, um auch hier genauere Daten über Formwert und Wesen zu erhalten
• Es werden mit nicht weißerbigen Zuchtpartnern keine weißen Boxer geboren!
• Somit erhalten wir eine besserer Argumentationsgrundlage zur Standardänderung, dass der weiße Boxer genau so gesund ist wie seine „farbigen“ Geschwister“.
• Und letztlich: Jeder Wurf zählt, denn die Boxerzucht darf nicht noch weiter zurückgehen.

Eine vor einigen Jahren in England durchgeführte Studie konnte aufzeigen, dass es keine Unterschiede in den Erkrankungen von weißen und farbigen Boxern gibt. Mit der Sondergenehmigung des VDH haben nun auch wir die Chance dieses statistisch zu beweisen, dass diese Aussage auch auf den „kontinentalen Boxer“ zutrifft.

Das ist ein guter Start für den Boxer ins Neue Jahr!
Die Veröffentlichung erfolgt ebenfalls im BB 3 / 2026.

Jens Filter
Zuchtleiter