Quo vadis Boxerzucht? - Die Referenten

Dr. Jan-Peter Bach

Thema: Brachycephalie – gesundheitliche Risiken und rechtliche Vorgaben?

Dr. Jan-Peter Bach wurde in Hamburg geboren. Er absolvierte sein Studium der Tiermedizin sowie die anschließende Promotion an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Von 2011 bis 2020 war er an der Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover tätig, mit fachlichen Schwerpunkten in der Kardiologie und der Inneren Medizin. Er betreute in dieser Zeit auch mehrere klinische Studien zum Brachycephalen Obstruktiven Atemwegsyndrom.  In den Jahren 2020 bis 2022 war er in einer Privatpraxis tätig. Seit 2022 arbeitet Dr. Jan-Peter Bach als Fachreferent für Tierschutz und Tiergesundheit beim Verband für das Deutsche Hundewesen.

Stefano Bartolini

Thema: Erfahrungsberichte eines Züchters

Stefano Bartolini, geboren in Livorno am 08.04.1961

Ab 1987 verschrieb er sich leidenschaftlich der Rasse Boxer. Sofort begann er eine Zusammenarbeit mit dem in Florenz beheimateten historischen Zwinger „del David“ von Dr. Raphael Mariotti.1996 beantragte er seinen eigenen Zwinger unter dem Affix „di Casa Bartolini“, sowohl national (ENCI) als auch international (FCI). Zwischen 1993 und 2002 züchtete er ebenfalls erfolgreich Bordeauxdoggen. 2002 gründete er den Spezialrasseklub IBC (Italian Boxer Club), dem er auch als Präsident vorsteht. 

Im Jahr 2006 wurde eine wichtige Vereinbarung zwischen dem Zwinger Casa Bartolini und der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Pisa im Rahmen des dreijährigen Studiengangs für Zuchttechniken und Hundeerziehung reinrassiger Hunde geschlossen. 2017 fanden Seminare mit den Studenten an der Universität zum Themen Management und Hundezucht statt.

Im Jahr 2015 wurde er internationaler Allround-Richter sowie Richtertrainer. Viele Jahre lang war er Richter und Zuchtspezialist im Csaa-Sportkreis. In all den Jahren haben sein Zwinger und seine Hunde unzählige Schönheits- und Sporttitel erhalten. 

Pascal Trifilieff

Thema: Aktuelle Zucht und Standard – haben sich Standardvorgaben und Zucht voneinander entfernt?

Leider musste uns Frau Dr. Orietta Zilli ihre geplante Teilnahme am Symposium absagen, was wir sehr bedauern.

1000 Dank an Herrn Pascal Trifilieff aus Frankreich, für seine Bereitschaft an Stelle von Fr. Dr. Zilli das Thema: „Haben sich Standardvorgaben und Zucht voneinander entfernt?“ so kurzfristig zu übernehmen. Wer kennt sie nicht, „Cyrius de Bellemanie“, „G’M de Bellemanie“ und viele andere mehr, die auch in vielen deutschen Ahnentafeln zu finden sind. Wir sind sehr gespannt auf die Ausführungen von Herrn Trifilieff, der unser Symposium durch die „französische Sicht auf die Zucht“ bereichern wird.

Gerne stellen wir Ihnen heute unseren Referenten vor:

 

Geboren am 19. April 1965 in Paris, Frankreich
Züchter der Zuchtstätte Bellemanie seit 1986.
Boxer-Richter seit 2012, Richterausbilder seit 2014.

Meine Leidenschaft für den Boxer begann bereits im Alter von fünf Jahren. Meinen ersten Hund (Cylis du Pavillon du Roy) bekam ich jedoch erst mit 20 Jahren. Schon bald kaufte ich Enissa de Karabane, die meine erste Zuchthündin wurde.

Seitdem habe ich mehr als 500 Welpen gezüchtet (in 40 Jahren – wohlgemerkt!), stets mit Leidenschaft und großem Respekt für die Rasse.

Einige Hunde aus meiner Zucht hatten eine herausragende Ausstellungskarriere, darunter:

  • Cyrius de Bellemanie (Atibox-Jugendchampion),
  • Gucci de Bellemanie (Mehrfach-Champion),
  • Birdie de Bellemanie (Mehrfach-Champion),
  • G’M de Bellemanie (Mehrfach-Champion),
  • Picasso de Bellemanie,
  • Rohff de Bellemanie usw.

Als Richter hatte ich das Privileg, auf zahlreichen bedeutenden Ausstellungen in vielen Ländern zu richten, darunter:
Frankreich, Spanien, Italien, Norwegen, Litauen, Österreich, Dänemark, die Niederlande, die Schweiz, England, die USA, Finnland, Deutschland, Australien, Ungarn und Schweden.

Meine Tätigkeit als Leiter der Zuchtkommission sowie später als Präsident der Association Française du Boxer und der WUBOX hat mir zudem einen umfassenderen Einblick in die Welt des Boxers verschafft.

                                                                                                    Pascal Trifilieff

Dr. Claudia Scheurich

Thema: Die Genetik der Weißvererbung

Nachdem bereits seit 40ig Jahren Boxer und Engagement im BK zur Familie gehörten, zog 2014 unser erster Boxer bei uns Zuhause ein, eine Hündin, mit der ich sowohl züchterisch als auch hundesportlich meinen Weg im BK begann. Dieser führte mich bisher 2024 zur Ernennung zum Zuchtrichter und 2025  zur erfolgreichen Teilnahme an der FCI-IGP-DM in Frankfurt, neben meiner Tätigkeit als Zuchtwart und 1. Vorsitzenden meiner Gruppe.
Von Hause aus Dipl.-Biologin, speziell promovierte Genetikerin, ist Zucht und Zuchtauswahl per se ein interessantes Thema.

Dr. Melissa Cox

Themen: Gesundheit verstehen: Gentests sinnvoll nutzen und Genetische Vielfalt erhalten – fundiert planen.

Dr. Melissa Cox ist Genetikerin mit langjähriger Erfahrung an der Schnittstelle zwischen moderner Genetik und praktischer Hundezucht. Sie wuchs in Kanada auf einer Farm mit einer
über Jahrzehnte geführten Labrador-Retriever-Zucht auf und ist seit ihrer Kindheit in Zucht,  Ausstellung und Hundesport aktiv.
Sie absolvierte ein Bachelorstudium der Biologie an der Dalhousie University (Kanada) und promovierte in Genetik an der Texas A&M University, wo sie in einem Hundegenetik-Labor
ausgebildet wurde. Ihre wissenschaftliche Laufbahn umfasst Positionen in akademischer und angewandter Forschung in Nordamerika, mit Expertise in erblichen Erkrankungen, genetischer Vielfalt sowie funktioneller und vergleichender Genetik über mehrere Tierarten hinweg.
Seit ihrem Umzug nach Deutschland im Jahr 2011 arbeitet Dr. Cox in Forschungs- und Führungspositionen im Bereich Tiergenetik. 2025 trat sie als Business Development Managerin
bei der Certagen GmbH ein. In dieser Rolle arbeitet sie eng mit Rasseklubs, Züchtern und Forschern zusammen, um sinnvolle genetische Teststrategien zu identifizieren, aktuelle
Forschungsergebnisse zu interpretieren und in praktische Empfehlungen für Zuchtprogramme zu übersetzen. Sie hilft außerdem bei der Gestaltung neuer Teststrategien und innovativer Werkzeuge für Züchter, mit einem starken Schwerpunkt darauf, wissenschaftliche Erkenntnisse
zugänglich, transparent und praxisnah für verantwortungsvolle Zuchtstrategien nutzbar zu machen, die die langfristige Gesundheit von Populationen unterstützen.

Erik Fick

Thema: Aktuelle Situation in den Niederlanden

Ich beschäftige mich seit den 1970er-Jahren intensiv mit der Rasse Boxer. Mein erster Kontakt mit dieser Rasse entstand über die Eltern meiner Ehefrau, die selbst aktiv in der Boxerzucht tätig waren. Prägend für meinen kynologischen Werdegang war die Begleitung und Ausbildung durch Piet van Melis vom Zwinger van Worikben. Aus dieser Linie stammen auch die Stammmütter unseres eigenen Zwingers, Kim van Worikben und Orakel van Worikben.

Seit dem Jahr 1980 züchte ich gemeinsam mit meiner Ehefrau Herma Boxer unter dem Zwingernamen van Wordanis. Unsere Zuchtarbeit ist seit jeher auf eine verantwortungsvolle, langfristige Erhaltung der Rasse ausgerichtet, mit besonderem Augenmerk auf Gesundheit, ausgeglichenes Wesen und die Einhaltung des Rassestandards.

Neben meiner praktischen Zuchttätigkeit war und bin ich auch auf Vereinsebene engagiert. Im Laufe der Jahre habe ich verschiedene Funktionen innerhalb des Niederländischen Boxerclubs übernommen. Aktuell bin ich als Zuchtkommissar der Rassevereinigung Boxer Vrienden Nederland tätig. Die Zucht in den Niederlanden unterliegt zusätzlichen staatlichen Auflagen, insbesondere im Bereich brachyzephaler Rassen, was eine sorgfältige Planung, fundiertes Fachwissen und ein hohes Verantwortungsbewusstsein erfordert.

Wir leben in Beugen, einem kleinen Ort im Süden der Niederlande, in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze.