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Boxer-Klub E.V.

Die Wahl des Deckrüdens

Einleitung

Bevor man züchtet, sollte man sich ganz genau vor Augen halten, daß das allgemeine Zuchtziel einen Boxer anstrebt, der in Form und Wesen dem Rassenstandard sehr nahe kommt.

Züchten bedeutet nicht vermehren, sondern das Erreichte soll züchterisch angehoben, verbessert und gefestigt werden. Die Vorgaben des  Rassestandards müssen  hierfür das angestrebte Ziel sein. Ein Züchter benötigt neben der Liebe zur Rasse, Zeit und die finanziellen und räumlichen Möglichkeiten, genaue Kenntnis des Rassestandards in allen Details, Kenntnisse der Vererbungslehre, der Zuchtordnung und besonders einen kritischen Blick und die Urteilsfähigkeit besonders seinen eigenen Hunden gegenüber. Nur wer seine eigenen Hunde nicht durch die rosarote Brille betrachtet, sondern sich kritisch mit deren Fehlern auseinandersetzt, kann auch eine züchterische Verbesserung erreichen. 

Wer einmal vor der Frage stand, welchen Deckrüden wähle ich aus, der weiß, wieviele Einzelheiten zu beachten sind, um aus der Vielzahl der Rüden den vermeintlich richtigen auszuwählen.

Zuchtvoraussetzungen

Grundvoraussetzung für die Paarung ist natürlich, daß sowohl der Rüde, wie auch die Hündin die von der Zuchtordnung vorgegebenen Bedingungen erfüllen. Hierfür ist der Rüden- wie auch der Hündinnenhalter verpflichtet, dies vor dem Deckakt zu prüfen. Wird ein ausländischer Rüde gewählt, der nicht alle Voraussetzungen erfüllt, muß beim Zuchtleiter/in eine Sondergenehmigung vorher eingeholt werden.

Der Züchter muß einen Zwinger beim Boxer-Klub angemeldet haben und dafür muß er auch Mitglied im Boxer-Klub sein. Der Antrag auf Zwingernamensschutz hat nach Besichtigung der Zuchtstätte durch  Gruppen-Zuchtwart über den Landesgruppen-Zuchtwart zu erfolgen. Rüden und Hündinnen können ab einem Alter von 18 Monaten zur Zucht verwendet werden, falls beide Zuchtpartner folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. beide Elternteile müssen die ZTP und AD vorweisen und mindestens  ein Elternteil  muß ein Ausbildungskennzeichen  erfolgreich  abgelegt haben
  2. bei der Zuchtpartnerwahl muß die Zuchtwertschätzung mit berücksichtigt werden. Der Grenzwert für HD liegt zur Zeit für beide Elterntiere zusammengerechnet bei 200 und für Kryptorchismus bei 210.
  3. Die Elterntiere müssen zusätzlich auf Herz und Spondylose untersucht sein.

Zuchtwertschätzung

Sinn und Zweck der ZWS ist die Bekämpfung von Erbfehlern. In der freien Natur werden alle Lebewesen einer strengen Selektion unterzogen. Nur die gesunden, starken Tiere haben eine Chance zum Überleben und sich zu vermehren. Dadurch können auch minderwertige Erbanlagen nicht weitervererbt werden.

Nur in der Obhut der Menschen haben und hatten auch Tiere, die in der freien Natur nicht überlebt hätten, eine Möglichkeit sich zu vermehren. Mit der Entstehung der einzelnen Rassen und die dadurch bedingte Inzucht, wurden die Erbfehler genetisch gefestigt.

Der Zuchtwert ist ein Zahlenwert der einzelnen Tiere zur Anwendung in der Zucht. Der ZW beschreibt, welche Wirkung die Gene eines Tieres auf die Ausprägung eines Merkmals hat, wenn diese mit den Genen der Population kombiniert werden. Zur leichteren Anwendung werden die Zuchtwerte auf einen Mittelwert (Rassedurchschnitt) umgeformt und dieser ist für HD 100 und für Kryptorchismus 105. Ein Befund (wie z.B. bei der HD) muß nicht mit dem Zuchtwert übereinstimmen, da beim Befund nur der Phänotyp zählt. Beim Zuchtwert wird die Belastung der Vollgeschwister und Eltern mitgezählt.

Wie sieht nun die Anwendung der Zuchtwertschätzung in der praktischen Zucht aus?

Für jeden aufgezogenen Boxer wird auf Grund seiner Abstammung der Zuchtwert errechnet. Liegt z.B. das HD-Ergebnis vor, verändert sich der ZW negativ oder positiv, was dann auch vom Ergebnis der Vollgeschwister abhängt. Geht das Tier in die Zucht und seine Nachkommen sind geröntgt, verändert sich der Zuchtwert entsprechend. Die Zuchtwerte sind also keine konstanten Werte wie z.B. ein HD-Befund und werden deshalb ¼ jährlich aktualisiert. Wichtig bei einer Verpaarung ist, daß der festgelegte Grenzwert von beiden Hunden nicht überschritten werden darf. Wird dies mißachtet, dann liegt ein Verstoß gegen die Zuchtordnung vor. Die geplante Paarung muss vor dem Deckakt mit dem betreuenden Zuchtwart besprochen werden. Der Zuchtwart prüft die Zuchtwerte beider Tiere und bestätigt dies auch schriftlich.

Das Mindestalter zum Zeitpunkt der ersten Zuchtverwendung für Rüden und Hündinnen liegt bei 18 Monaten. Das Höchstalter für Hündinnen beträgt 7 Jahre, für Rüden unbeschränkt. Es gilt jeweils der Geburtstag des Hundes. Für zuchtwertvolle Hündinnen, die nicht durch Kaiserschnitt entbunden haben und deren Zuchtwert unter dem Rassedurchschnitt (100) liegen , können auf Antrag über den Gruppen- und Landesgruppenzuchtwart beim AZKW 1 Jahr Zuchtverlängerung erhalten. Die Häufigkeit der Zuchtverwendung ist der Zuchtordnung zu entnehmen.

Die eigene Hündin

Die Basis für den Züchter bilden immer die eigenen Hündinnen. Dies ist der Ausgangspunkt, auf den er aufbauen kann. Selbstverständlich sollte hier jeder beherzen, daß das Beste zur Zucht gerade gut genug ist. Je mehr Fehler es bei der eigenen Hündin auszugleichen gibt, desto schwieriger ist es, einen passenden Deckrüden zu finden. Vor der Wahl des Deckrüden muß die zu belegende Hündin einer kritischen Betrachtung unterzogen werden. Zuerst analysieren wir den Phänotyp (Erscheinungsbild). Der gute Züchter ist allein in der Lage, die Formwertfehler seiner Hündin zu erkennen. Wem dies nicht möglich ist, der ziehe Ausstellungsbewertungen, den eventuellen Körbericht oder den ZTP-Bericht und den Rat des Zuchtwartes hinzu. 

Der Rassestandard bildet den Maßstab, den es zu erreichen gilt, und an dem die eigene Hündin zu messen ist. Ein besonderes Augenmerk ist auf die, für unsere Rasse besonders typischen Merkmale in Formwert und Wesen zu legen und vor allen Dingen auch der Gesundheit der Zuchttiere. Die Züchter sollten ihre Zuchthündinnen auf die Belastungen aus eigenem Interesse untersuchen lassen. Die Gesundheit sollte bei der Partnerwahl mit berücksichtigt werden. Einen Hodenfehler kann jeder Laie als Welpenkäufer selbst erkennen und durch Aufklärung vom Züchter, weiß der Käufer auch, was er mit dem Hund dann machen kann und was nicht. Eine große Enttäuschung kommt aber immer, wenn sich herausstellt, daß der erworbene Boxer krank ist und damit in seiner Lebensart stark beeinträchtigt wird. Wichtig muß deshalb bei der Zucht sein, daß die Zuchttiere von guter Gesundheit sind.

Um den Rassestandard zu entsprechen, genügt es nicht, die Hündin nur im Formwert zu analysieren, sondern dem Wesen muß ebenfalls größte Bedeutung beigemessen werden. Der Rassenstandard schreibt vor, daß das Wesen des Boxers sorgsamster Pflege bedarf. Gerade in der heutigen Zeit, wo durch Politik und Medien die Hundehaltung stark angegriffen wird, bedarf unser Boxer ein starkes Nervenkostüm, damit er für die Umwelt nicht zur Gefahr wird. Hat die eigene Hündin leichte Wesensschwächen oder ist uns dies von deren Vorfahren bekannt, so muß unbedingt bei der Partnerwahl darauf geachtet werden.

Wurde die Hündin eingehend betrachtet, lassen wir noch einmal ihre Gesamterscheinung auf uns wirken: Typ, Substanz, Knochenstärke, Bewegungsablauf. Gibt die Hündin ein harmonisches Gesamtbild ab? Was stört, welcher Fehler oder Mangel muß vorrangig berücksichtigt werden? Jeder weiß, mit einer Paarung können nicht alle erwünschten Eigenschaften sofort herbeigeführt werden. Aus diesem Grunde muß man Prioritäten setzen, die zuerst in Angriff genommen werden.

Neben den phänotypischen Eigenschaften sind auch die genotypischen (Erbanlagen) zu betrachten. Die Ahnentafel der Hündin ist unsere wichtigste Informationsquelle. Aus ihr ersehen wir, wie die Hündin erbmäßig aufgebaut ist. Ob sie aus einer Fremd-, Linien- oder Inzucht entstammt. Welche Vorfahren hatten bestimmte Vor- und Nachteile, die unsere Hündin genotypisch in sich trägt (Spaltrachen, HD, Hodenfehler Wesen usw.). Hier kann uns das ZIS-Programm vom Boxer-Klub sehr hilfreich sein, da man hier bei einer im Computer simulierte Scheinpaarung sofort bis zur 4. Generation erkennen kann, welche Mängel sind in den Vorfahren aufgetreten. Natürlich geht das nur mit Hunden, die ins Zuchtbuch des Boxer-Klubs eingetragen wurden. Von den ausländischen Hunden liegen ja keine Informationen vor.

Manche Hündin wurde so unglücklich ingezüchtet, daß die Partnerwahl sich äußerst schwierig gestaltet. Für den Züchterneuling ist dies oft nicht zu erkennen. Deshalb sollte er unbedingt den Rat des Zuchtwartes einholen. Dem Züchter sind ausreichende Werkzeuge in Form von ZIS-Programm, Zuchtbücher, Richterberichte, Mängellisten usw. gegeben, um erschöpfende Antworten zu finden. Manchen Anhaltspunkt erhält man auch bei Gesprächen mit alten Züchtern, die den einen oder anderen früheren Zuchthund kannten.

Eine Hündin aus einer sauber aufgebauten Linienzucht, die dazu noch eine typische Vertreterin unserer Rasse ist, für diese läßt sich am einfachsten ein passender Deckrüde finden. Schwieriger hingegen sieht es schon aus, wenn die Hündin mehrere Anlagen zur Fehlervererbung in sich trägt, oder sogar eine Inzucht darauf erfolgte. Hier sind nicht nur die kleinen Mängel im Formwert zu beachten, sondern auch das schlechte Erbgut der Vorfahren. Wer trotzdem mit solcher Hündin züchten will, der hat einen langen Weg vor sich und muß den Zuchtpartner und dessen Vorfahren noch eingehender prüfen.

Hat eine Hündin schon geworfen, so kann auch der Nachwuchs schon so manche Hilfestellung bei der Partnerwahl liefern. Die Frage nach Fruchtbarkeit, Gebärfreudigkeit, Mutterinstinkten und Gesundheit sollten vom Züchter ebenfalls ehrlich geprüft werden. Sind alle Fragen abgeklärt und mit dem Zuchtwart besprochen, entscheiden wir uns für die Zuchtart.

Zuchtarten 

Wir unterscheiden zwischen Fremd-, Linien- oder In- bzw. Inzestzucht. Schaut man sich die Population unser Boxer an, so wird man feststellen, daß alle unsere heutigen Boxer sehr eng verwandt sind. Ein Blick in die Ahnentafeln wird uns immer wieder dieselben Hunde unter den Ahnen erkennen lassen. Dies kann natürlich auf Dauer so nicht weitergeführt werden, sondern man muß sehen, daß bei der Zucht auch immer genügend Fremdblut zugeführt wird.

Für eine Fremdzucht wird sich der Züchter entscheiden, wenn in seiner Linie bzw. bei seiner Hündin eine wichtige Eigenschaft oder Merkmal verloren gegangen ist. Hier wählt man einen Zuchtrüden, bei dem diese Eigenschaften besonders stark vertreten sind, und der in den ersten 4 Generationen keinen Blutanschluß hat. Eine Fremdzucht empfiehlt sich ebenfalls, wenn man in eine „züchterische Sackgasse“ geraten ist und neues Erbgut braucht. Der ausgewählte Partner und dessen Vorfahren sind eingehend zu prüfen, da neben den Vorteilen auch unerwünschte Eigenschaften vererbt werden können. Die Fremdzucht findet in der Nutztierzucht Verwendung, da hier auf bestimmte Merkmale gezüchtet wird (Milchleistung, Fleischanteil usw.). Aber auch die Zoos auf dieser Welt gehen dazu über, Zuchtbücher über die einzelnen Tierarten anzulegen und achten darauf, daß hier keine Inzucht praktiziert wird.

Linienzucht

Die Linienzucht hat den Vorteil, daß man zwei mehr oder weniger weitläufig verwandte Tiere paart, um die gewünschten Eigenschaften eines zuchtwertvollen Ahnen zu festigen. Hier geht man davon aus, daß Tiere, die sich phänotypisch ähneln, dies auch genotypisch sein können. Je mehr verschiedene Ahnen ein Hund in seiner Ahnentafel aufführt, je mischerbiger ist er auch. Dies hat den Vorteil, daß unerwünschte Eigenschaften stärker „verwässert“ werden; kann allerdings den Nachteil haben, daß der Typ nicht so stark gefestigt ist. Es darf aber nicht nur der zuchtwertvolle Deckrüde in Augenschein genommen werden, sondern auch dessen Vorfahren; sonst kann es Überraschungen geben und der Sinn der Linienzucht wird verfehlt.

In- bzw. Inzestzucht

Bei überdurchschnittlichen Zuchttieren (geno- und phänotypisch) besteht auch die Möglichkeit der In- oder Inzestzucht. Bei der Inzucht paart man nahe verwandte Tiere miteinander. Die Inzucht bewirkt, daß die ungleichen Genpaare zugunsten der gleichen Genpaare reduziert werden. Diese Zuchtmethode kann mit den richtigen Tieren zu guten Zuchterfolgen führen. Da aber nicht nur die erwünschten Erbanlagen züchterisch gefestigt werden, kann es auch dazu kommen, daß unerwünschte Erbanlagen dann verstärkt auftreten. Der Züchter, der ohne Sachkenntnis der Vorfahren eine Inzuchtpaarung vornimmt, sollte beachten, daß alle in den Zuchttieren schlummernden Fehler und Nachteile erbarmungslos aufgedeckt werden. 

Der Traum vom schnellen Erfolg endet oft schnell. Bisher hat die Zucht noch keinen Vererber herausgebracht, der sich zu 100% nur positiv vererbt hat. Oft ist das Geninventar der Tiere nicht so gut, wie angenommen worden ist. Durch In- oder Inzestzucht werden keine neuen Mängel erworben, sondern nur die in den Ahnen vorhandenen aufgedeckt. 

Bei einer geplanten Inzestverpaarung (Vollgeschwister oder ein Elternteil mit seinen direkten Kindern) muß der Züchter über den Landesgruppen-Zuchtwart vom Zuchtleiter die Genehmigung einholen. Wie schon bei der Inzucht aufgeführt, ist natürlich die Inzestzucht noch riskanter.

Wie erkennt man den passenden Zuchtpartner?

Wenn man weiß, was bei der Hündin verbessert werden soll, betrachtet man den in Erwägung gezogenen Rüden formwertmäßig. Nach Möglichkeit sollte er die Vorzüge der eigenen Hündin haben. Die Mängel, die die Hündin aufweist, sollte der Rüde als besonders positiv ausgeprägtes Merkmal haben. Wir schauen uns die Ahnentafel (Kopie oder Ausdruck aus ZIS-Programm) an, betrachten Vater, Mutter, Geschwister und die weiteren Vorfahren. Wiesen seine Vorfahren vielleicht die gleichen Mängel auf, die unsere eigene Hündin hat und stammt der Rüde vielleicht nur aus einer geglückten Ausgleichspaarung, dann müssen wir mit großer Wahrscheinlichkeit damit rechnen, daß dieser Rüde die Schwächen der eigenen Hündin nicht verbessern kann! 

Hat der in Betracht kommende Rüde schon Nachzucht? Wie sieht sie aus? Die Richterberichte und auch Besuche auf Zuchtschauen geben uns Auskunft über Vorzüge und Nachteile. Ist vielleicht bekannt, daß nach diesen Rüden Nachkommen mit unerwünschten Eigenschaften, Erkrankungen etc. vorgekommen sind? Anhand der Mängelliste kann man verschiedene Faktoren, wie Hodenfehler, Weißerbigkeit, Hasenscharten usw. ablesen. Eine zusätzliche wertvolle Hilfe gibt uns die Zuchtwertschätzung geben. Nach welchen Hündinnen sind welche Fehler gefallen? Läßt sich eine Parallele zur eigenen Hündin ziehen?

Die Ausstellungen, Prüfungen, Körungen und Zuchttauglichkeitsprüfungen bieten dem interessierten Züchter gute Gelegenheiten Informationen über den in Frage kommenden Zuchtpartner und dessen Nachzucht zu sammeln. Nur wer sich nicht ausschließlich von guten Ausstellungsergebnissen und Siegertiteln blenden läßt, sondern alle Faktoren sorgfältig zusammenträgt und gegeneinander abwägt, der hat die Möglichkeit, den für seine Hündin passenden Deckrüden zu finden. Einen großen Schwerpunkt soll die Gesundheit bilden, denn was nutzt uns der schönste gezüchtete Sieger, wenn er schwer krank ist und in seiner Lebensqualität stark eingeschränkt ist. Damit tun wir weder dem Käufer der Hunde noch der Rasse einen Dienst.

Ebenso abzuraten sind Ausgleichspaarungen mit Extremen im Formwert, da sich spätestens in der 2. Generation immer beide Fehler vererben. Wenn z.B. die Zuchthündin sehr typisch im Kopf mit starkem Vorbiß ist, so sollte der Züchter nicht als Extrem einen Rüden mit langem Nasenrücken und mangelndem Vorbiß wählen. In diesem Fall müßte der Hündinnenbesitzer einen Rüden wählen, der einen breiten Zahnstand und keinen starken Vorbiß hat, und dessen Vorfahren auch keine Übertypen in sich hatten.

Nun läßt sich bei einer Verpaarung nie jedes Risiko ausschließen, dafür sind die Variationen der Erbmöglichkeiten zu groß. So kann auch eine Wiederholungspaarung, die beim ersten Mal gut gegangen ist, bei der Wiederholung nicht den gleichen Erfolg zeigen. Trotz enger Verwandtschaft können selbst Wurfgeschwister nicht nur äußerlich, sondern auch erbmäßig sehr verschieden sein. Wenn sich Züchter einbilden, der schlechte Wurfbruder eines großen Vererbers müßte sich ebenso vererben wie der hochwertige Zuchtrüde, kann ein böses Erwachen erleben. Minderwertige Tiere haben auch meist minderwertige Erbanlagen, trotz gleicher Abstammung.

Nur eine Zuchtauslese und überlegtes Verpaaren führen zu durchgezüchteten Tieren, die auf lange Sicht, sich dann auch als gute Vererber durchsetzen. Die Zucht von leistungsstarken, formschönen, gesunden Hunden ist nur durch die Konstanterhaltung der guten Erbmasse in Kenntnis des Wertes, der in den Generationen zurückliegenden Ahnen möglich und erfolgreich. 

Um erfolgreiche Nachzucht zu kriegen, sollte man bemüht sein, sich in geschilderte Art einen Hündinnenstamm heranzuziehen. Die meisten erfolgreichen Züchter begründen ihre Erfolge auf eine gute Vererberin. Oftmals blieb in diesen Zwingern der erfolgreiche Nachwuchs mit dem Weiterverkauf oder Tod dieser Hündin aus.

Peter Holzhausen

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