37. Jahressiegerzuchtschau des BK

am 18./19.09.2004 in Bensheim

Mit insgesamt 234 gemeldeten Boxern wurde praktisch das Ergebnis von 2003 (232 Boxer) erreicht.

Wie gewohnt, wurden wieder einige gemeldete Hunde aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in den Konkurrenzen vorgestellt. Immerhin 208 Boxer stellten sich in den Ringen vor, 47 gelbe Rüden, 52 gestromte Rüden, 51 gelbe Hündinnen und 58 gestromte Hündinnen. Damit waren seit langer Zeit mal wieder die Hündinnen in der Überzahl.

Im Gesamteindruck war der gestromte Farbschlag dem gelben überlegen, sowohl bei den Hündinnen, wie auch bei den Rüden.

Leider sind am Sonntag die 3 gemeldeten Zuchtgruppen und die Nachzuchtgruppe nicht zur Bewertung erschienen.

Einen ganz außergewöhnlichen züchterischen Glanzpunkt konnte der Zwinger v. German Dream setzen. Mit Future, In-Petto und jetzt Kismet stellte er in drei aufeinander folgenden Jahren den gestromten Jahressieger. Herzlichen Glückwunsch zu diesem einmaligen Zuchterfolg.

Die Gruppe Bergstraße hatte sich erstmals um die Ausrichtung der Jahressiegerzucht- schau beworben. Mit dem Zuchtschaugelände, dem Festplatz der Stadt Bensheim, weiträumig, mit im Quadrat angeordneten großen Ringen, ausreichend vorhandenen Parkplätzen, kurzen Wegen zum Festabend und zum Hotel, konnte ein der Bedeutung der Schau vollauf gerecht werdender äußerer Rahmen geboten werden. Lediglich die etwas steinige Beschaffenheit des Geländes war nicht ganz optimal. Aber dafür kann die Gruppe nun wirklich nichts, und den korrekten Boxern hat sie auch bei der Gangwerksprobe nichts ausgemacht.

Unser Dank geht an die Gruppe Bergstrasse um Barbara und Peter Ossig mit ihren vielen Helfern für eine erstklassige Organisation und Präsentation der Jahressiegerzuchtschau.

Auch das Wetter spielte sehr gut mit. An beiden Tagen angenehme Temperaturen und Trockenheit während der Konkurrenzen.

Das Richten in den vier Ringen verlief auch Dank gut geschulter Schreiberinnen und Ringhelfer reibungslos.

Der Festabend mit warmem Buffet in für alle Gäste ausreichender Quantität und sehr guter Qualität war sehr gut besucht.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass uns die Gruppe Bergstrasse eine in allen Belangen gelungene Veranstaltung mit hervorragender Organisation und Gastfreundschaft geboten hat.

Auch dem zahlreichen und fachkundigen Publikum möchte ich ganz herzlich für den Besuch und die Fairness danken, mit der die Entscheidungen der amtierenden Richter aufgenommen wurden.

Zu den Eindrücken der amtierenden Zuchtrichter von den einzelnen Klassen lesen Sie bitte die nachfolgenden Berichte.

Die Titel errangen:

Jahresjugendsieger 

Rüde gelb

Woodstock v. Alkaios/NL, 2454812

(Kratos v. Alkaios – Mitilini v. Alkaios)

Z. + Bes.: W.C. Jansen/NL

Rüde gestromt

Gigolo v. Burg Wassenberg/D, 222890

(Inkas v. Nassau-Oranien – Bona v. Burg Wassenberg)

Z.: B. Schmittlein/D, Bes.: F. Neumann/D

Hündin gelb

Anuk-sa-namun The Fith Element/NL, 2476021

(Navar del Tajo – Mikayla v. Wordanis)

Z. + Bes.: I. Polman/NL

Hündin gestromt

Carmen t `Hazenbergshof/A, 18332

(Andor v.d. Hazenberg – Yetty v.d. Hazenberg)

Z.: M. van Dyck/B, Bes.: A. + H. Haslinger/A
Jahressieger Rüde gelb Joop v. Santana/D, 218345, VPG 2, AD
(Franklin-Django v.d. Matenhof – Kosima v. Santana)
Z.: R. Lugauer/D, Bes.: R. Wagner/D
Rüde gestromt Kismet v. German Dream/D, 219390, VPG 1, AD
(Fausto v. Santana – Arielle v. German Dream)
Z.: G. Köpsel-Wagner/D, Bes.: H. Schädel/D
Hündin gelb

Zoè v. Ellinghaus/DK, 08510/2001, VPG 1

(Zeffiro della Cadormare – Rochas v. Ellinghaus)
Z.: G. Popp/DK, Bes.: C. Skov + T. Beck/DK
Hündin gestromt Oriella v. Elsavatal/D, 219679, VPG 1, AD
(Future v. German Dream – Gilette v.d. Morrequelle)

Z.: J. Eschner/D, Bes.: C. Martin-Piroso/D

Klubsiegeranwartschaft Rüden Yoop v. Santana
Klubsiegeranwartschaft Hündinnen Oriella v. Elsavatal
Jugend-Ch.-Anwartschaft Rüden Woodstock v. Alkaois
Jugend-Ch.-Anwartschaft Hündinnen Anuk-sa-namun The Fifth Element
Schönster Boxer der Schau Oriella v. Elsavatal

Walter Fiechter, Zuchtrichterobmann

 

Beate Spelsberg schreibt:

Mir wurden 51 gelbe Rüden zugeteilt, von denen 47 erschienen sind.

 

Die vier Hunde der Jüngstenklasse waren im wahrsten Sinne des Wortes vielverspre- chend. Die Köpfe waren alle typvoll, die Gebäude sehr gut veranlagt. Dem Alter entspre- chend fehlte noch die Festigkeit.

 

In der Jugendklasse wurden acht Hunde präsentiert. 7x konnte die Höchstnote vergeben werden. Die Klasse gewinnen konnte der sehr harmonische Upnoye de la Petite Bicounosse, aus französischer Zucht, der durch einen ausdrucksvollen Kopf sowie ein prima Gebäude überzeugen konnte.

 

In der Junghundklasse wurden 12 Rüden ausgestellt, die alle die Wertnote sehr gut erhielten. Den vierten Platz konnte Puschkin von der Sängerstadt erreichen, ein großer Rüde mit einem kurzen Nasenrücken. Auf den dritten Platz kam Chito-Chance von der Paretzer Höhe, ein Hund mit einem typvollem, leicht faltigen Kopf, der im Laufen nicht überzeugen konnte. D`accord von Triskell erreichte Platz 2 Ein großer Rüde mit einem typvollen Boxerkopf und einem quadratischen Gebäude mit guten Winkelungen. Auf den ersten Platz kam Woodstock van Alkaios aus Holland, ein harmonisch gebauter Rüde mit sehr guten Kopfproportionen. Er setzte sich später gegen den erstplatzierten Rüden der Jugendklasse durch und wurde Jahresjugendsieger.

 

In der Offenen Klasse wurden mir 6 Hunde vorgeführt. Hier konnte sich Poseidon di Noi Vincere an die Spitze setzen. Ein sowohl im Kopf als auch im Gebäude harmonische Gesamterscheinung. Den zweiten Platz erreichte Tarec des Gueles d´Amour de l`Avison, ein rotgelber substanzvoller Rüde mit etwas faltigem Oberkopf.

 

In der Siegerklasse wurden drei Hunde vorgestellt. Hier konnte der fast 7-jährige David vom Henneberger Schloß den ersten Platz belegen vor dem fast 8-jährigen Kronos v.d. Sembacher Flur. Auf den dritten Platz kam Jagus v. Maximus, ein großer substanzvoller Rüde.

 

Die Gebrauchshundeklasse war mit 14 Rüden sehr gut besetzt. Alle Hunde erhielten die Wertnote Vorzüglich. Auf den vierten Platz kam Karlino vom Henneberger Schloß, ein großer Rüde mit einem kantigen Oberkopf und etwas kurzem Nasenrücken. Den dritten Platz erreichte Marvin vom Hofmannstal. Ein Hund mit einem schlanken Oberkopf, breitem, vollem Fang und einem harmonischem Gebäude, der sich in der Bewegung nicht präsentieren konnte. Auf dem 2. Platz Rigo du Val`d`Europe, ein Hund mit einem prima angelegten Gebäude, kantigem, etwas faltigem Oberkopf. Jahressieger wurde Yoop von Santana. Ein substanzvoller Rüde mit einem sehr gut gewölbten, leicht faltigen Oberkopf und prima Fangproportionen, der auch ein harmonisches Gangwerk zeigte.

Franz Singelnstein schreibt:

Allgemein möchte ich betonen, dass das in den 80er Jahren so hochgespielte Problem mit den unkupierten Ohren und dann in jüngster Vergangenheit die vielen Emotionen zum Thema Rutenkupierverbot nun doch endgültig der Vergangenheit angehören sollten. Diese Jahressiegerzuchtschau hat gezeigt, dass die Qualität der Boxer nicht gelitten hat und wir uns alle bestens an das neue Bild gewöhnt haben. Nun gilt es also, dieses Thema nicht weiter zu erörtern, sondern unsere Rasse mit dem neuen Erscheinungsbild der Öffent- lichkeit nur noch positiv darzustellen. Sie hat dies absolut verdient mit ihrem unverwech- selbaren Gesichtsausdruck und der freundlichen, temperamentvollen Körpersprache.

 

Um die künftige Qualität der Boxer brauchen wir uns sicherlich keine großen Sorgen mehr zu machen. Mir waren zwar die gestromten Rüden zugeteilt, bei der Präsentation der Hündinnen im Ehrenring musste ich bestätigen, dass es eine wahre Freude war, die Qualität der vorgestellten Boxerdamen mit Begeisterung zu beobachten. Diese Hündinnen als Zuchtbasis garantieren sicher einen weiteren Aufwärtstrend, sie sind letztendlich der Garant für die kommenden Generationen.

 

Nun zu den von mir gerichteten gestromten Rüden:

 

In der Jüngstenklasse sechs hoffnungsvolle Jungrüden, sicherlich in diesem Entwick- lungsstadium sehr schwierig und in erster Linie nach Veranlagung zu beurteilen, aber alle schon sehr typvoll und in den Gebäudeanlagen mit positiver Tendenz. Sie werden sich im kommenden Jahr sicher wieder präsentieren. Alle erhielten die Note vielversprechend.

 

Die Jugendklasse startete mit 6 Jungboxern. Alle überragend, und so auch der spätere Jahresjugendsieger Gigolo v. Burg Wassenberg, 222890, eine wirkliche Augenweide mit "kam, sah und siegte"-Ausdruck. Dunkelgestromt mit sehr schön platzierten weißen Abzeichen, typvoll in Kopf und Gebäude, konnte er sich auch mit seinem offensichtlich unerfahrenen Vorführer bestens in Szene setzen.

 

In der Junghundklasse mit 12 Meldungen gefielen mir die beiden Erstplatzierten beson- ders gut und auch sie sind sicherlich hoffnungsvolle Nachwuchsrüden. Erster wurde Warwick v.d. Momarter Eiche, 221955. Ein rotgoldgestromter Rüde mit bestechend schöner Farbe, viel Typ und lobenswert breitem Zahnstand, im Gebäude mit viel Substanz und Trockenheit. Ihm folgte ein holländischer Rüde, Xofron v. Alkaios, NL-2467436, ebenfalls ein Klassebild mit bestechender Eleganz und raumgreifendem Gangwerk, welches er auch bestens zur Geltung brachte.

 

Die Offene Klasse startete mit 17 Meldungen. Die Spitze übernahm überlegen Alesko v. Haui`s, 221295, ein sich bestens präsentierender Goldstromrüde mit sehr schöner Farbe, typvollem Kopf, breitem Zahnstand, knochenstarkem, substanzvollem Gebäude, in der Hinterhand etwas eng tretend. Der zweitplatzierte Chagall v. Ellinghaus, DK-21009, aus dänischer Zucht bestach durch seine leuchtend satte Unterfarbe, ausdrucksvollen Kopf, knochenstarkes Gebäude und überschäumendes Temperament bei nicht ganz gefestigter Vorhand.

 

In der Gebrauchshundeklasse konkurrierten 11 Rüden um den Jahressiegertitel. Es gewann Kismet v. German Dream, 219390. Ein oft gezeigter und beschriebener Rüde, dunkelgoldgestromt, von guter Mittelgröße, ein boxerhaftes Gesamtbild, elegant, substanzvoll, bestens vorgeführt im Stand und in der Bewegung. Zweiter wurde Romulus Excalibur, PL-71418, aus polnischer Zucht, aber in deutschem Besitz. Ein großer, goldgestromter Rüde mit schönen weißen Abzeichen, imponierend insgesamt, breiter Zahnstand, nicht ganz sauber in der Kinnmarkierung, mit erstklassigem Gebäude und raumgreifendem Gangwerk. Alle vorgeführten Rüden konnten die Höchstnote vorzüglich erringen.

 

In der Siegerklasse wurden 3 Rüden gezeigt. Erster wurde Ivo v.d. Falkenaue, 219980, ein mittelgroßer, dunkelgoldgestromter Rüde mit weißen Abzeichen, sehr harmonisch und typvoll im Gesamtbild, gefolgt von einem ebenfalls mittelgroßen, pigmentstarken Rüden aus Norwegen, Rognerud`s Lorenzo, ausdrucksstark im Kopf, allerdings mit stark abgenutzter Bezahnung, elegant, viel Halsadel und einem Klassegebäude mit prima Gangwerk.

 

Alles in allem war ich mit der Gesamtqualität sehr zufrieden. Was mir negativ aufgefallen ist und wo es gilt, züchterisch entgegenzuwirken, war eine deutliche Tendenz zu etwas langen Rücken, die auch in Verbindung mit einem zu wenig ausgebildeten Widerrist schwächen zeigten. Dafür ist die Hinterhand deutlich verbessert und ich freue mich, dass die leerschenkelige und schwach bemuskelte Hinterhand nunmehr kaum noch zu sehen ist.

Ralf Brinkmann schreibt:

Auf der diesjährigen Jahressiegerzuchtschau waren mir die gelben Hündinnen zur Bewer- tung zugeteilt worden. Von 50 gemeldeten Hündinnen waren 26 im Ausland und nur 24 in Deutschland gezüchtet worden. Ein Bild, das leider noch einen Teil der nicht immer vor- teilhaften züchterischen Entwicklung der Vergangenheit - aufgrund restriktiver Maßnah- men in der deutschen Zucht - aufzeigt.

 

In der Jüngstenklasse wurden 5 Hündinnen vorgeführt. Alle zeigten überdurchschnitt- lichen Typ im Kopf und im Gebäude, bewegten sich bereits sehr gut. Folglich konnten alle mit der Höchstnote vielversprechend bewertet werden.

 

Die Jugendklasse war mit 8 Starterinnen besetzt, von denen 6 Hündinnen die Höchstnote `Sehr gut` und 2 die Note `Gut` bekamen. Auf den beiden ersten Plätzen standen die Vollschwestern Anuk-sa-namun The Fifth Element (NL) und Adel Winda The Fifth Element, es folgten Wini z Dybohurky (CZ) und Quinzia von der Sängerstadt (D).

 

Die Jahresjugendsiegerin Anuk-sa-namun ist eine feminine, große, linienschöne Hündin mit größter Harmonie in der Gesamterscheinung, sie vereint Substanz und Eleganz.

Die Präsentation war im Stand, wie auch in der weiträumigen, harmonischen Bewegung klassisch und höchst beeindruckend. Anuk erhielt auch die Anwartschaft auf den Deutschen Jugendchampion und wurde im Wettbewerb aller Jahresjugendsieger bester Junghund der Zuchtschau.

 

In der Junghundklasse waren 16 Hündinnen am Start, 14 davon erhielten die Höchstnote `Sehr gut`, 2 wurden mit `Gut` bewertet. Hier siegte Ursel du Dolon aus Frankreich, eine gut mittelgroße, substanzvolle Hündin mit sehr typischem Kopf, die im Gebäude sehr gut proportioniert und balanciert ist und einen harmonischen Bewegungsablauf zeigte.

 

Auf den Plätzen folgten Freya von Santana (D), Urrah du Dolon (F) und Quicklady vonPoptime(CH).

In der Offenen Klasse konnten 10 von 11 Teilnehmerinnen die Note `Vorzüglich` bekommen.

 

Die vier Platzierten haben alle eine sehr gute Größe und hündinnenhafte, typvolle Gesamt- erscheinung. Einen harten Kampf um den Sieg lieferten sich Image vom Elisabeth- Brunnen (D), V 2 und Kosmo van Rusticana (NL), V 1. Die holländische Hündin war in der ausdauernden Gangwerksprobe dann etwas überlegen; auf den Plätzen folgten Orakel-Nikita di Noi Vincere (NL) und Spirgardens Hermione (DK).

 

In der Konkurrenz der Siegerklasse standen sich die im Erscheinungsbild etwas verschiedenen Hüninnnen Jani von der Morrequelle (D) und Sympathie von der Momater Eiche (D) gegenüber.

 

Beide beeindrucken durch linienschöne Gebäude mit sehr guten Winkelungen, prima Bewegungen und typvollen Köpfen. Es siegte die femininere Jani vor der insgesamt etwas kräftigeren Symtahie.

 

10 Hündinnen waren in der Gebrauchshundeklasse, in der der Jahressiegertitel vergeben wurde, im Wettbewerb. Trotz etwas unterschiedlicher Erscheinungsbilder war die Gesamt- qualität so hoch, dass erfreulicherweise alle die Höchstnote erhalten haben.

 

Der Titel ging an die überlegene Siegerin Zoe von Ellinhaus (DK). Eine gut mittelgroße Hündin mit einem sehr typvollen Kopfbild ist sie insgesamt sehr harmonisch und besticht durch ihre großartige Gebäudequalität, die sie auch zu einem tadellosen Gangwerk befähigt.

 

Eine hochklassige Siegerin, deren feminines Gepräge im Stand und in der Bewegung aus der Nähe und auch aus der Ferne gleichermaßen unverkennbar sind.

 

Auf den Plätzen folgten Ympala von der Münzenburg (D), Irish Coffee von Fausto (D) und Cora Jokr-Box (CZ).

 

Am Ende der Veranstaltung hatte ich die Ehre, den besten Boxer der Schau auswählen zu dürfen.

 

Die gestromte Jahressiegerin dominierte die Konkurrenz hier durch ihr typisches,

hochklassiges, harmonisches Gesamtbild, das im Stand und in einer beispielhaften

Gangwerksdemonstration sehr diszipliniert und höchst vorteilhaft zur Geltung gebracht wurde.

 

Oriella vom Elsavatal (D) war der beste Boxer der Jahressiegerzuchtschau 2004.

 

Inge Gerwin schreibt:

Die Qualität der gestromten Hündinnen war in allen Klassen äußerst zufriedenstellend, so dass alle Hündinnen mit der jeweiligen Höchstnote bewertet werden konnten. Bei den jungen Hündinnen waren selbstverständlich hier und da noch auf fehlender Reife beru- hende Schwächen zu verzeichnen. Die Gangwerksbeurteilung wurde bei einigen Hün- dinnen durch den ungewohnten Untergrund erschwert, doch die Spitzenhündinnen zeigten sich davon unbeeindruckt.

 

Zu Beginn soll diesmal die Veteranenklasse genannt werden. Die beiden gestromten Hündinnen waren leider die einzigen Veteranen, die auf dieser Jahressieger-ZS vorgeführt wurden. Die fast 10-jährige Gladys v. Boxerbund und die 8-jährige Anett vom Wambachtal stellten sich in ausgezeichneter Verfassung vor. Beide fast gar nicht ergraut, mit klaren Augen, sehr gut erhaltenen Gebissanlagen, schlank und noch sehr gut bemuskelt und vor allem beide noch mit sehr viel Temperament im Stand und in der Bewegung. So war es eine Freude sie im Ring zu haben und sicher eine gute Werbung für unsere Rasse.

 

In der Jüngstenklasse waren vier Hündinnen angetreten, die alle mit vielversprechend bewertet werden konnten. Sie waren im Typ und in der Gesamterscheinung sehr ähnlich, die Köpfe altersentsprechend entwickelt mit sehr gutem Ausdruck und auch die Gebäude schon recht gut gefestigt mit guten bis sehr guten Winkelungen und kontrolliertem Bewegungsablauf.

 

Die Jugendklasse wurde dominiert von der schon sehr gut ausgereiften Carmen t’Hazenbergshof (Andor v.d. Hazenberg – Yetty v.d. Hazenberg). Sie hat einen typischen Kopf mit sehr gutem Ausdruck und ein sehr gut gefestigtes Gebäude mit sehr guten Winkelungen und dem daraus resultierenden flüssigen Bewegungsablauf. Auf den Plätzen folgten Ondra v. Petersberg (Valentino v. Sapho’s Hoeve – Donja v. Eisbachtal), Denver v. Marchbach (Ravel du Val D’Europe – Fantaghira v. Rieseneck) und Wyona v.d. Baden- häuser Mühle (Balu v. Hause Romeo – Elfi v.d. Badenhäuser Mühle).

 

Die Junghundklasse war von hervorragender Qualität, die Köpfe bis auf wenige Ausnah- men von vorzüglichem Typ, so dass sicher mehr als 4 Hündinnen eine Platzierung verdient hätten. Die Gangwerksüberprüfung musste also über die Teilnehmerinnen für den Ehren- ring entscheiden. Hier setzte sich Benita v. Venusberg (Vlamir dei Roeri – Honda dei Roeri) an die Spitze vor Amber v. Klostergut (Future v. German Dream – Cindy v. Altenthann), Alhambra v. Granada (Future v. German Dream – Granada Dracinec) und Xsara v.d. Busch (Future v. German Dream – Italia v.d. Busch).

 

Mit Carmen t’Hazenbergshof und Benita v. Venusberg standen sich zwei hoch- klassige Hündinnen mit typischen Köpfen, Substanz und Eleganz vereinenden Gebäuden und raumgreifendem Bewegungen im Kampf um den Titel der Jahresjugendsiegerin gegenüber. Eigentlich hätten beide den Titel verdient gehabt und die Entscheidung war wirklich schwer. Letztendlich entschied dann bei längerem Stehen eine leichte Unsau ber- keit in der Rückenlinie von Benita für Carmen. Jahresjugendsiegerin wurde also Carmen t’Hazenbergshof.

 

In der Offenen Klasse setzte sich dann der überaus positive Gesamteindruck fort. Auch hier waren etliche Spitzenhündinnen vertreten, die an diesem Tag leider nicht in die Platzierung kommen konnten. Nice v. Haus Romeo (Ferro v. Nassau-Oranien – Yingyang v. Sapho’s Hoeve) siegte dann aber letztlich unangefochten aufgrund der größten Harmonie in der Gesamterscheinung sowohl Kopftyp als auch Gebäudeaufbau und Gangwerk betreffend. Auf Platz 2 folgte Topaze du Domaine des Trois Vallées (Balu v. Hause Romeo – Manon du Domaine des Trois Vallées) vor Gracia v.d. Akazienbrücke (Vlamir dei Roeri – Yara v.d. Akazienbrücke) und Callas v. Flößerbrunnen (Vasko v.d. Hazenberg – Elaika v. Bienenpfad).

 

Die Siegerklasse brachte drei weitere wunderschöne Hündinnen, die ihre Siegertitel wahrlich verdient hatten. Hier gewann die viel beschriebene Calima v. Enamorado (Vasko v.d. Hazenberg – Xenia v. Hambacher Schloß), eine Hündin mit bestem Kopftyp und Ausdruck, adeligem Hals und elegantem, linienschönem Gebäude. Zweite wurde Quisby v. Belpberg (Sirius v. Poptime – Minka v. Belpberg) vor Amneris v. Santana (Ferro v. Nassau-Oranien – O‘ de Sullieu).

 

Wie eine perfekte Inszenierung war dann die Gebrauchshundklasse der krönende Abschluss, sowohl zahlenmäßig – wann hat man schon mal mehr als 10 Hündinnen in der Gebrauchshundklasse – als auch qualitativ. Die vier ausgewählten Hündinnen be- stachen durch besten Typ und Ausdruck – eine Grundvoraussetzung für eine Platzierung, dazu linienschöne, gut bis sehr gut gewinkelte Gebäude mit harmonischen Bewegungen. Hier musste die Gangwerksüberprüfung im Ehrenring die Entscheidung bringen. Auf dem vierten Platz landete Charlotee od Moroveho sloupu (Zoff v. Hause Rehberg – Chade z Faunova dvora), dritte wurde Quirina v. Bockreiter (Henry v. Nassau-Oranien – Nike v. Bockreiter). Zwei Hündinnen setzten in dieser starken Klasse die Akzente: Quaxi v. Altenburg (Buddy v. Süd-West – Nike v. Altenburg) und Oriella v. Elsavatal (Future v. German-Dream – Gilette v.d. Morrequelle). An diesem Tag passte für Oriella einfach alles zusammen: perfekte Präsentation und beste Kondition ließen ihre Vorzüge voll zur Gel- tung kommen. So war am Ende die Entscheidung eindeutig: gestromte Jahressiegerin wurde Oriella v. Elsavatal, dazu auch noch die Klubsiegeranwartschaft und das BOB! Herzlichen Glückwunsch dazu.

 

Herzlichen Glückwunsch aber auch an die Züchter und Besitzer all der schönen Hün- dinnen, die ich an diesen beiden Tagen beurteilen durfte. Es war eine große Freude für mich!